Heilung interstit. Lungenfibrose: Werte
23.07.2010 09:24:33
Für Forum LOT:
Mir liegt jetzt der Befund der Lungen-Privatklinik Mü-Gauting vor. Über das erfreuliche Ergebnis möchte ich gern -mit freundlicher Genehmigung durch Oberarzt Dr. A. Fertl - berichten. Es macht Mut.
In der Diagnose heißt es wörtlich: „Eindrucksvolle Rückbildung der Infiltrate mit Normalisierung der Blutgase und Rückbildung der Belastungshypoxämie.“
EKG: normale Werte, keine auffälligen Abweichungen
Lungenfunktion: VCmax 2,67 l (86% soll) TLC 5,25 l (74% Soll)
Diffusion: 52% Soll
Ruhe-BGA: pO² 91 mmHg, pCO² 33mgHG, pH 7,49
6min Gehtest ohne Sauerstoff: 600m (soll 616m), pO² Abfall von 70 auf 68 mmHG, pCO²-Abfall von 42 auf 37 mmHG
Anmerkung: Meine Schlappen waren nicht ganz das richtige Gehwerkzeug ….
Röntgen Thorax: „Im Vergleich zur Voruntersuchung von 6/2009 erhebliche Befundbesserung. Die damaligen fleckigen, konfluierenden Infiltrate beidseits basal haben sich zurückgebildet, auch fleckige Verdichtungen auf Höhe des Mittel-/Oberfeldes sind regredient. Das Zwerchfell ist jeweils glatt abgrenzbar. Die Lunge ist überbläht, einzelne Narbenfiguren und geringe, indurative Veränderungen benachbart dem Perikard sind verblieben. Eine signifikante Fibrose ist auf den Übersichtsaufnahmen nicht erkennbar. Im Vordergrund steht jetzt das Emphysem.“
Thorax HR-CT: „Im Vergleich zu einem HR-CT vom 23.06.2009 haben sich die damals ausgedehnten Infiltrate nahezu völlig zurückgebildet. Geblieben ist eine feinretikuläre Struktur-
zeichnung, jedoch keine Fibrose. Beide Unterlappen sind etwas geschrumpft.“
Zusammenfassung (gekürzt): "Erfreulicherweise findet sich bei der jetzigen Kontrolle eine dramatische Befundbesserung mit nahezu vollständiger Rückbildung der initial massiven pulmonalen Infiltrate. Die respiratorische Situation hat sich normalisiert, es besteht auch keine elastungshypoxämie mehr. Eine Fortführung der Sauerstofftherapie ist nicht mehr erforderlich, die Cortisontherapie kann ausschleichend
beendet werden.
gezeichnet: Prof. Dr. K. Häußinger (Chefarzt)
Dr. A. Fertl (Oberarzt) Dr. D. Spoerhase (Stationsärztin)
Die medizinische Betreuung an der Uniklinik München-Großhadern und der Privatklinik Asklepios
in München-Gauting war offensichtlich sehr gut und in der Konsequenz erfolgreich. Als Medizin wurde eingesetzt: anfangs hochdosiert Endoxan, nach 3 Wochen Azathioprin, nach weiteren 4 Wochen 3xACC 600, anfangs hohe Dosis Cortison (100mg), nach etwa 10 Tagen langsam reduziert,
zum Schluß noch 5mg, dazu Sandocal (Osteoperose)
Mein täglicher Beitrag zur Gesundung war sicher auch wichtig, so mindestens empfinde ich das. Dazu
gehörte:
- „Annahme“ der Krankheit und der unbedingte Wille gesund zu werden (auch wenn es als nicht heilbar dargestellt wurde),
- der Glaube an sich selbst und die Wirkung der Selbstheilung (meine braven Indianer gegen die bösen Trojaner …),
- körperliche Aktivität gestützt auf Reha-Erfahrung (für mich extrem wichtig !!!),
- tägliche Atemübungen,
- täglich zwei Spaziergänge (überwiegend Park und Wald) ca. 60 min (anfangs 10 min)mit Freundin Ashani,
- meinem ganz lieben Tibet-Mädchen an der Seite,
- alle zwei Tage Muckibude (100 min) mit Ganzkörper-Programm und 6wöchig ansteigender Belastung,
- die 6wöchige Überwinterung auf den Kanaren mit Aktivprogramm,
- und die vielen freundlichen Menschen um mich herum (keine Miesepeter).
Das (die) Wichtigste war und ist sicher meine Frau, die mir jeden Stress zu Hause und in beiden Betrieben abgenommen hat. Ich hatte viel Zeit, um mich mit meiner Krankheit auseinanderzusetzen. Und sie war es auch, die mich in meinen Aktivitäten bestätigte; einfach die geniale Gesprächspartnerin. Es wird Zeit, dass ich ihr das auch mal sage …
Die fachliche Würdigung ist soweit abgeschlossen. Das Gespräch mit dem Lufa steht noch an, weil es aus meiner Sicht den ein oder anderen Punkt gibt, der mich noch unsicher macht, z.B.
- die Werte der Diffusion, der zunehmende Auswurf vormittags,
- das hölzerne Gefühl bei tiefer Atmung,
- die rapid fallenden Sauerstoffwerte (bis 85/86%) bei hügeligen Spaziergängen und
- natürlich Verhaltensregeln für die Zukunft.
Nach wie vor gehören die täglichen Messungen der Blutsättigung und der Herzfrequenz (wegen bestehender Gefahr auf Herzflimmern). Rein gefühlsmäßig bin ich
noch nicht aus dem Schneider, aber auf einem guten Weg.
Über PN oder e-mail bin ich gern für weitere Fragen offen.
Sepp Schwarz